News: Gebäudemodernisierungsgesetz

Gebäudemodernisierungsgesetz: Politische Debatte mit wenig Einfluss auf die Heizungswahl

Stand: Juni 2026

Berlin. Mit dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) will die Bundesregierung das bisherige Gebäudeenergiegesetz grundlegend überarbeiten. Die geplanten Änderungen sorgen für politische Diskussionen und könnten sogar das Bundesverfassungsgericht beschäftigen. Für viele Hauseigentümer dürfte die Bedeutung der Reform jedoch geringer sein als häufig angenommen. Denn die wirtschaftlich sinnvollste Heiztechnik wird auch künftig vielfach unabhängig von gesetzlichen Vorgaben entschieden.

 

Mehr Technologieoffenheit geplant

Die Bundesregierung plant, die bisherige 65-Prozent-Regel des Gebäudeenergiegesetzes aufzuheben und den Einbau von Gas- und Ölheizungen künftig wieder einfacher zu ermöglichen. Zudem soll das geplante Aus fossiler Heizungen ab 2045 entfallen. Der Gesetzentwurf befindet sich derzeit im parlamentarischen Verfahren, sodass weiterhin die bestehenden Regelungen gelten.

Verfassungsrechtliche Zweifel

Kritiker sehen in den geplanten Lockerungen die Gefahr, dass die Klimaziele im Gebäudesektor weiter verfehlt werden. Auch verfassungsrechtliche Bedenken stehen im Raum. Hintergrund ist das Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2021, wonach Klimaschutzmaßnahmen nicht unverhältnismäßig auf spätere Generationen verschoben werden dürfen. Sollte das neue Gesetz die Emissionsminderungen zu weit in die Zukunft verlagern, wäre eine gerichtliche Überprüfung denkbar.

Ob Karlsruhe das Gesetz tatsächlich ganz oder teilweise aufheben würde, ist jedoch offen. Selbst im Falle einer erfolgreichen Klage müsste zunächst ein entsprechendes Verfahren angestrengt werden.

Die eigentliche Entscheidung fällt im Heizungskeller

Unabhängig von der politischen Diskussion dürfte das Gebäudemodernisierungsgesetz für viele Eigentümer nur begrenzte praktische Auswirkungen haben. Denn die Entscheidung für eine Heizungsanlage wird zunehmend durch wirtschaftliche Faktoren bestimmt.

Steigende CO₂-Kosten, absehbar höhere Preise für fossile Energieträger sowie die im Vergleich deutlich höhere Effizienz von Wärmepumpen führen dazu, dass elektrische Heizsysteme in vielen Bestands- und Neubauten bereits heute die wirtschaftlich attraktivere Lösung darstellen. Förderprogramme und geringe Betriebskosten verbessern die Bilanz zusätzlich.

Während moderne Gasheizungen zunächst mit geringeren Investitionskosten locken, sprechen die langfristigen Gesamtkosten häufig für die Wärmepumpe. Dies gilt insbesondere bei Gebäuden mit ausreichender energetischer Qualität und niedrigen Vorlauftemperaturen. Selbst in vielen unsanierten Bestandsgebäuden lassen sich Wärmepumpen inzwischen wirtschaftlich betreiben.

 

Mehr politische Symbolik als praktische Folgen

Die Diskussion um das Gebäudemodernisierungsgesetz wird daher vielfach als politische Grundsatzdebatte verstanden. Ob die 65-Prozent-Regel bestehen bleibt, gelockert oder später sogar vom Bundesverfassungsgericht beanstandet wird, dürfte für die konkrete Heizungsentscheidung vieler Hauseigentümer nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Denn letztlich entscheidet nicht das Gesetz über die Technik im Keller, sondern die langfristige Wirtschaftlichkeit. Und hier spricht derzeit vieles dafür, dass die Wärmepumpe für einen Großteil der Gebäude die wirtschaftlich sinnvollste Lösung bleibt – unabhängig davon, welche politischen Mehrheiten gerade in Berlin herrschen.

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